Kunstneutralität

November 20, 2008

Nur mal ein kurzer Gedanke, nicht zuletzt, weil ich mich neulich erst wieder fremdschämen musste. Einer meiner wichtigsten Lektionen als Musiker war folgende: Wenn Du Deine Zuhörer emotional berühren willst, dann stelle Deine eigenen Emotionen nicht zur Schau. Denn damit sagst Du zum einen, dass Du dem Material nicht vertraust, sondern Dein Publikum für Äffchen hältst, die Dir schon nachmachen werden, was Du ihnen vorspielst, zum anderen zeigst Du, dass es im Grunde um Dich geht und nicht um den Song, und das ist die grösste Illusion, die sich ein Musiker m. E. machen kann. Wenn Du eine gewisse Distanz zwischen Deiner Person und Deiner Musik nicht bewahren kannst, hast Du bereits verloren. Pathos wird Dich nur lächerlich machen, denn jeder wird instinktiv wissen: Der Musiker möchte eine bestimmte Reaktion hervorrufen und seine Zuhörer emotional manipulieren. Du hast aber nur eine reelle Chance: Du musst Deinem Publikum die Wahl lassen, wie es sich zum Dargebotenen verhalten kann, und das geht nur durch eine gewisse persönliche Neutralität dem Material gegenüber. Alles andere ist Verarschung und eine Lektion sollte sich jeder Musiker sowieso immer ganz vorne ins Heft schreiben: Unterschätze Dein Publikum nicht. Niemals.

Pedal Steel

November 19, 2008

Hach, nach der letzten Pleite mit einer Band hatte ich echt die Schnauze voll von der Pedal-Steel und wollte sie eigentlich verkaufen. Die sieben Jahre habe Spass und auch etwas an Geld und erfüllten Träumen gebracht – immerhin durfte ich auf drei Alben mitspielen – aber ich habe nie die Zeit gefunden, mich ernsthaft mit dem Instrument auseinander zu setzen.

Ich gehe ja seit einiger Zeit hin und wieder ins Berlinprojekt, einer recht jungen Gemeinde die einige sehr begabte Musiker hat, und hatte dort auch jemand kennen gelernt, der dort öfters für die musikalische Gestaltung zuständig ist. Mit dem hatte ich mich heute getroffen, um ein paar von seinen Songs zu spielen, was auch ganz gut war. Ich würde allerdings sehr gerne Pedal-Steel in der Kirche selber spielen, aber da steht blöderweise ein grosses Transport-Problem davor, und auch, wie ich heute erfahren habe, der Beschluss, dass nur Lieder mit deutschen Texten gespielt werden. Das Berlinprojekt ist in vielerlei Hinsicht ziemlich offen, in manchen allerdings auch leider, leider sehr konservativ und was ich von so einer Beschränkung auf deutsches Liedgut halte, brauche ich wohl nicht auszuführen. Schade. Ich hätte wirklich gerne mal die eine oder andere Louvin Brothers- oder Gillian Welch-Nummer gespielt, denn da gibt es so einige phantastische Songs mit spitituellen Texten. Auch, wenn ich den einen oder anderen Song von Leuten wie Lothar Kosse ganz gut finde, kann ich mit diesen seltsamen Texten nichs anfangen.

Naja. Mit besagtem Musiker werde ich am 20.12. ein paar Songs in einer Galerie zusammen spielen. Bis Ende des Jahres werde ich mir mit der Entscheidung, ob ich das Ding endgültig verkloppen soll, noch Zeit lassen. Vielleicht sollte ich mal die Tarvuisten fragen…

Für Keks‘ eyes only

November 17, 2008

Hallo Keks,

ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag! 🙂