Katholizismus und das Haarbüschel

Januar 3, 2008

Trotz mehrerer Versuche ist es mir bislang nicht gelungen, dem katholischen Glauben näher zu kommen. Es gibt zwar einige Teile wie z.B. die Mystik, die mich sehr interessieren, aber sobald die Forderung auftaucht, der Tradition eine ähnlich hohen Rang wie der Schrift und dem eigenen Erleben einzuräumen, gehen bei mir die Türen zu. Sei’s drum, „It’s all one song“ brüllte Neil Young einmal in den Lärm hinein, und ich schiebe ein „Alles der gleiche Gott“ hinterher.

Etwas, das mich aber stets faszinierte ist die Bildfixierung mancher Kulturen des Katholizismus. Als ob es das Bilderverbot nie gegeben hätte, scheinen Ikonen, Marienbildchen und Kruzifixe so nötig wie die Bibel selber, um… tja, wozu eigentlich? Als Konzentrationshilfe? Als Form der Anbetung? Ich selber habe meinen Glauben immer frei von Verbildlichungen ge- und erlebt, aber trotzdem fasziniert es mich, dass andere Menschen dem offenbar einen grossen Platz im Leben einräumen.

Der Orden des Leibowitz postete neulich ein paar Devotionalien aus Mexico, die beim OK Versand erhältlich sind. Da ich heute zufällig in der Nähe des Berliner Ladens war, habe ich gleich ein paar Kerzen und einen Reisealtar erworben, um meinen kleinen Devotionalien-Altar mal wieder aufzustocken:

Neben einem Weihwasserfläschenchen und einem Papst-Winkelement aus einer Mission bei San Francisco, einem JPII-Bild vom Flohmarkt und einer Jesus-Figur aus ebay findet sich dort noch ein so winziges wie uraltes Weihwasser-Becken von einem Flohmarkt in Spanien. Ein Kruzifix vom selben Flohmarkt hängt über meiner Zimmertür. Näher zu Gott bringt mich der ganze Krempel nicht, aber irgendwie freue ich mich daran, das es bei anderen Menschen zu funktionieren scheint.

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Eine Antwort to “Katholizismus und das Haarbüschel”

  1. liebesboot Says:

    Ich schlag mich schon länger damit rum, aber eigentlich will ich es einfach mal sagen: Ich bewundere Deine Form des Glaubens, die hier immerzu wieder durch klingt. Auf mich wirkt das sehr authentisch und bei allem Suchen auch klar. Tatsächlich etwas beneidenswert. auch wenn mir der weg des Glaubens irgendwie nicht offen zu stehen scheint, eine kleine Scheibe schneide ich mir nun einfach mal ab.


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