der ganze weg

April 13, 2009

Blogs. Liesst das eigentlich noch einer? Seitdem ich hier nicht mehr rauchen darf vergesse ich häufiger, in meinen Feedreader zu schauen. Alles, was ich brauche, kriege ich über Twitter mit. Und die Zeit, mal ernsthaft über irgendwas zu schreiben, habe ich eh nicht mehr… Könnte den Laden eigentlich schliessen. 4 Jahre müssten reichen.

Dezember 26, 2008

Ich bin immer noch völlig geplättet von dem unglaublichen Weihnachtsgeschenk, dass der Keks mir und sich in diesem Jahr gemacht hat. Nachdem ich die letzten Monate ständig geklagt habe, dass mein altes 12″ G4 PowerBook (867 Mhz) mittlerweile unerträglich langsam ist, hat sie mit einem Freund gesprochen, der Beziehungen zu einem Apple-Händler hat. Der hat für sie dann ein weisses MacBook mit 2Ghz mit einer neuen Festplatte und einen Akku wieder fit gemacht – und sie hats mir (und sich) geschenkt! Ihr alter Dell-Laptop macht nämlich auch schlapp, und jetzt können wir uns um das DIng prügeln 🙂

Das MacBook ist wirklich wesentlich schneller, alleine die Verwaltung der 20.000 iTunes Songs war für meinen alten G4 doch mittlerweile zu einer Zumutung geworden. Und alleine das aktuelle MacOS! Hach!

Danke!

dsc00331

Schöne Dinge 08

Dezember 25, 2008

das Bodenpersonal hat ja schonmal vorgelegt. Hier meine medialen Highlights in diesem Jahr:

Musik Top 20:

01-Scott MatthewScott Matthew

Normalerweise gar nicht mein Ding, wenn Männer so leiden, aber das ist sowas von entwaffned ehrlich und wunderschön…

02-The Hold SteadyStay Positive

Der R-O-C-K kehrt mit einer Art ‚Konzeptalbum‘ in mein Leben zurück und es ist sogar ein Gitarrensolo drauf, das ich toll finde. Was für Songs. Wow.

03-Giant SandProVisions

Howe Gelb ist einer meiner ewigen Lieblinge, diesmal mit dem besten Album seit ‚Chores of Enchantment‘. Allein seine Stimme tröstet mich in dunklen Stunden.

04-Robert ForsterThe Evangelist

Grant McLennan ist 2 Jahre tot und Forster macht sein bestes und bewegendstes Soloalbum.

05-Singer Unhistories

Wunderschöne, freie Rockmusik im Geiste von Trout Mask Replika und Post-Rock.

06-Fleet Foxess/t

Watt fürs Herz! Als wären CSN&Y in den 80gern geboren worden. Leider etwas zu glatt produziert.

07-Rachel HarringtonCity of Refuge

Ihr erstes Album war meine Nummer 1 letztes Jahr, dieses Mal für den Grammy nominiert. Old Time /Country mit soviel Herz wie Können.

08-Dziuks Küche
Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers

Mehr Chansonesk als früher, dafür textlich noch tiefer – und mit einem sehr heftigen Ausflug ins Plakative (Halber Staat).

09-Lucinda Williams Little Honey

Hat mich in den letzten Jahren eher gelangweilt, aber der neue Mann und der neue Produzent scheinen ein Wunder bewirkt zu haben.

10-Calexico Carried To Dust

Alte Lieblings mit einer katastrophalen letzten Platte. Haben immer noch nicht wieder die alte Form, but it’s getting there

Der Rest:

11-Bonnie „Prince“ Billy Is It the Sea
12-Silver JewsLookout Mountain, Lookout Sea
13-Markus RillThe Things That Count
14-The Felice BrothersThe Felice Brothers
15-James McMurtry
Just Us Kids
16-PortisheadThird
17-Willard Grant Conspiracy Pilgrim Road
18-Billy Don Burns The Berlin Tapes
19-Cut In The Hill GangHung Up
20-Bonnie „Prince“ Billy Lie Down in the Light

Bester Song:

First Aid KitTiger Mountain Peasant Song

Bücher:

Bestes (belletristik) Buch: William P. Young – The Shack

Bestes Sachbuch: David N. Meyer – Twenty Thousand Roads. The Ballad of Gram Parsons

Theologie: Peter Rollins – The Fidelity of Betrayal

Konzert:

Scott Matthew – Berlin, Babylon (Mai)

Filme:

Für mich gab es vier Filme, die mich wirklich begeistert bzw. bewegt haben. Als unangefochtenes Meisterwerk glänzt da ‚No Country For Old Men‘, den ich als instant classic wahrgenommen habe. es gibt da einen Drehbuchschreiber aus Santa Monica, der auf seinem Blog Filme analysiert, sehr lesenswert für jeden, der sich näher damit auseinandersetzt. Gerade zu No Country hat er interessante Sachen geschrieben.

Der zweite Film kam auch von den Cohens und heisst ‚Burn after reading‘. Kommt als lustige, leichte Komödie daher, ist aber sehr tiefgründig. Auch hier kann ich an Todd Alcott verweisen

Bereits 06 gedreht, aber in D. erst jetzt in die Kinos gekommen ist eine kleine Independent-Produktion namens ‚Old Joy‘, in den ich zunächst nur gegangen bin, weil einer meiner all-time favourite musicians dort eine Hauptrolle spielt: Will Oldham. Er hat ja schon in einigen Filmen gespielt, die ich aber alle nicht kenne; ich kenne aber sein Bühnengebaren und empfand die Figur in dem Film als sehr kongruent. Es geht um ein Wochenende zweier alter Freunde, der eine (Daniel London) richtet sich in seinem bürgerlichen Leben ein, während das Leben des anderen (Oldham) grade zerfällt. Trotz der gemeinsamen Vergangenheit finden beide fast keine gemeinsame Ebene mehr. Sehr ‚indie‘, aber trotzdem sehr berührend.

Und zum Schluss natürlich: Wall-E. Der beste animierte Film, den ich je gesehen habe. Trotz der platten Story.

Coopie ’n me

Dezember 4, 2008

Da hat Freund Skinny Dennis ja mal einen echten Schatz bei YouTube gehoben: Shorty mit ‚Coopie ’n me‘! Ich muss ja leider zugeben, dass ich die Band damals noch nicht kannte, mir fiel sie erst auf, als sie sich in US Maple umbenannten und kurz darauf (’95) eine meiner ewigen Lieblingsplatten aufnahmen: Long hair in three stages. SO musste sich das anhören, wenn man den Ball von Trout Mask Replica aufnehmen und ins neue Jahrtausend kicken wollte. Ca. 2002 habe ich US Maple auch mal live im Knaack gesehen, und sie eröffneten da nochmal eine ganz neue Dimension von Rock-Dekonstruktion.

2004 lerne ich dann ein Pärchen kennen, dass gerade eine Tiki-Bar in Berlin eröffnete, und Stefan erzählte mir, das er Johnson und Shippy noch auch seiner Zeit in Chicago kannte. Er hatte öfters ihr Haus gehütet, wenn sie mal auf Tour waren und wusste zu berichten, dass die beiden alle 2 Jahre ihre gesamte Habe entsorgten, sich ein neues Haus suchten und sich komplett neu mit Möbeln vom Sperrmüll einrichteten…

Thom Yorke

Dezember 4, 2008

Ich lache jetzt schon seit 2 Tagen über diesen Auftritt Thom Yorkes in einer Quiz show…

Kunstneutralität

November 20, 2008

Nur mal ein kurzer Gedanke, nicht zuletzt, weil ich mich neulich erst wieder fremdschämen musste. Einer meiner wichtigsten Lektionen als Musiker war folgende: Wenn Du Deine Zuhörer emotional berühren willst, dann stelle Deine eigenen Emotionen nicht zur Schau. Denn damit sagst Du zum einen, dass Du dem Material nicht vertraust, sondern Dein Publikum für Äffchen hältst, die Dir schon nachmachen werden, was Du ihnen vorspielst, zum anderen zeigst Du, dass es im Grunde um Dich geht und nicht um den Song, und das ist die grösste Illusion, die sich ein Musiker m. E. machen kann. Wenn Du eine gewisse Distanz zwischen Deiner Person und Deiner Musik nicht bewahren kannst, hast Du bereits verloren. Pathos wird Dich nur lächerlich machen, denn jeder wird instinktiv wissen: Der Musiker möchte eine bestimmte Reaktion hervorrufen und seine Zuhörer emotional manipulieren. Du hast aber nur eine reelle Chance: Du musst Deinem Publikum die Wahl lassen, wie es sich zum Dargebotenen verhalten kann, und das geht nur durch eine gewisse persönliche Neutralität dem Material gegenüber. Alles andere ist Verarschung und eine Lektion sollte sich jeder Musiker sowieso immer ganz vorne ins Heft schreiben: Unterschätze Dein Publikum nicht. Niemals.

Pedal Steel

November 19, 2008

Hach, nach der letzten Pleite mit einer Band hatte ich echt die Schnauze voll von der Pedal-Steel und wollte sie eigentlich verkaufen. Die sieben Jahre habe Spass und auch etwas an Geld und erfüllten Träumen gebracht – immerhin durfte ich auf drei Alben mitspielen – aber ich habe nie die Zeit gefunden, mich ernsthaft mit dem Instrument auseinander zu setzen.

Ich gehe ja seit einiger Zeit hin und wieder ins Berlinprojekt, einer recht jungen Gemeinde die einige sehr begabte Musiker hat, und hatte dort auch jemand kennen gelernt, der dort öfters für die musikalische Gestaltung zuständig ist. Mit dem hatte ich mich heute getroffen, um ein paar von seinen Songs zu spielen, was auch ganz gut war. Ich würde allerdings sehr gerne Pedal-Steel in der Kirche selber spielen, aber da steht blöderweise ein grosses Transport-Problem davor, und auch, wie ich heute erfahren habe, der Beschluss, dass nur Lieder mit deutschen Texten gespielt werden. Das Berlinprojekt ist in vielerlei Hinsicht ziemlich offen, in manchen allerdings auch leider, leider sehr konservativ und was ich von so einer Beschränkung auf deutsches Liedgut halte, brauche ich wohl nicht auszuführen. Schade. Ich hätte wirklich gerne mal die eine oder andere Louvin Brothers- oder Gillian Welch-Nummer gespielt, denn da gibt es so einige phantastische Songs mit spitituellen Texten. Auch, wenn ich den einen oder anderen Song von Leuten wie Lothar Kosse ganz gut finde, kann ich mit diesen seltsamen Texten nichs anfangen.

Naja. Mit besagtem Musiker werde ich am 20.12. ein paar Songs in einer Galerie zusammen spielen. Bis Ende des Jahres werde ich mir mit der Entscheidung, ob ich das Ding endgültig verkloppen soll, noch Zeit lassen. Vielleicht sollte ich mal die Tarvuisten fragen…